Buchmacher und Wettbüros

Natürlich weiß jeder was ein Wettbüro ist, aber nicht jeder versteht die Arbeitsweise eines Buchmachers. Viele sind der irrigen Ansicht, dass ein Bookie direkt gegen seine Kunden wettet. Das ist jedoch nicht der Fall (zumindest sollte es nicht so sein). Hauptsächlich verwaltet ein Buchmacher lediglich die Einsätze aller Kunden, gibt die Quoten vor und teilt die Gewinne – nach Abzug seiner Provision – wieder auf.
Die Wettbüros haben natürlich ihre Spezialisten (die so genannten „Oddsmaker“ also „Quotenmacher“), die versuchen die Gewinn-/Verlustwahrscheinlichkeit und damit die Quoten auf die einzelnen Spieler bzw. Teams auf Grund ihrer Erfahrungswerte und auf der Grundlage vorangegangener Spiele, der aktuellen Tabellensituation, Spielstärke (Team-aufstellung, verletzte Spieler, etc.), Wertigkeit des Spiels, etc. richtig einzuschätzen und vorzugeben.

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Die Einsätze der Spieler sollten sich bei jedem Event so die Waage halten, dass die später auszuzahlende Gewinnsumme etwas geringer als die Summe aller Einsätze ist. Diese Balance durch die Anpassung der Quoten herzustellen ist die nicht immer ganz einfache Aufgabe der Buchmacher.

Wenn zwei Gegner gleich stark sind ist es wahrscheinlich, dass auf beide etwa gleich viele Wetter annähernd gleich hohe Beträge setzen. Die Quoten werden demnach ca. 1,85 zu 1,85 angesetzt. Wenn 100.000,- auf Spieler 1 und 100.000,- auf Spieler 2 gesetzt wurden ist die Bilanz für den Buchmacher perfekt ausgeglichen. Gewinnt Spieler 1 werden an diejenigen die richtig getippt hatten 85.000,- an Nettogewinnen ausbezahlt, die anderen haben in Summe 100.000,- verloren – und der Bookie verdient 15.000,-.
Setzen jedoch plötzlich mehr Kunden auf Spieler 1 (wenn dieser als Favorit gilt wird das natürlich stets schon von Anfang an der Fall sein), muss der Buchmacher dieser Tendenz rechtzeitig Rechnung tragen und die Quoten ändern. Um im Gewinnfall wieder ausgeglichen zu bilanzieren wird er die Quoten beispielsweise auf 1,60 zu 2,05 korrigieren. Damit muss er beim Siegtipp 1 weniger Gewinn auszahlen und der Anreiz auf Spieler 2 zu wetten wird gleichzeitig erhöht. Wenn nun um ca. 20% mehr auf Spieler 1 gesetzt werden (z.B.
110.000,- gegenüber 86.000,-) ist die Bilanz für das Wettbüro wieder ausgeglichen.

Um sich davor zu schützen dass durch einige hohe Wetten über das Internet die Einsatzbilanz plötzlich völlig aus dem Gleichgewicht gerät gibt es bei fast allen Buchmacher nicht nur ein Limit für die Einzeleinsätze sondern sie definieren auch eine Maximalhöhe für die Summe aller Einsätze auf ein Resultat. Wenn sich die gesamte Wettsumme diesem Wert annähert wird die Höhe für Einzeleinsätze meistens sukzessive reduziert und sobald der Grenzwert erreicht ist nimmt das Programm keine Einsätze mehr an bis sich ein Trader der Sache angenommen und die Quoten ggf. neu angesetzt hat.

Während bei wichtigen Events mit logischerweise vielen und hohen Einsätzen die Limits recht hoch angesiedelt sind werden sie bei nebensächlichen Unterligaspielen auf die kaum jemand Wetten abschließt recht niedrig sein. Da könnten sonst bereits ein paar kleinere W etten auf nur eines der möglichen Resultate für den Buchmacher einen Verlust bringen. Passiert ihm so ein Missgeschick wird er selbst versuchen seinen Überhang an Einsätzen durch Gegenwetten bei anderen Buchmachern (die möglicherweise einen Überhang auf der anderen Wettseite haben) oder noch häufiger bei einer Wettbörse abzusichern.

Die Bilanz eines Buchmachers kann dann sehr schnell aus dem Gleichgewicht geraten, wenn er bei einem Spiel eine Quote höher angesetzt hat als die meisten anderen Buchmacher und seine Quote für eine SureBet-Konstellation gesetzt werden muss. Er wird dann alle Einsätze sämtlicher Arbitrage-Spieler auf diese eine Höchstquote am Markt zu verdauen haben – aber dazu kommen wir später wenn es um Wettstrategien und Verdienstmöglichkeiten geht.

Da ein Buchmacher immer versuchen muss die Bilanz ausgeglichen zu halten und jede Fehleinschätzung zu seinen Lasten geht – d.h. er verdient bei einem falsch eingeschätzten Event weniger oder macht sogar Verlust – sind Wettbüros über Kunden die häufig gewinnen bzw. sich immer nur die Rosinen (also die besten Quoten) aus dem Kuchen picken nicht
erbaut.

Diese Kunden die immer die nur zum Bestpreis kaufen und die durchschnittlichen Angebote links liegen lassen sind für einen Buchmacher kein besonders gutes Geschäft. Einem Buchmacher sind die Tipper lieber, die nicht sonderlich auf die Höhe der Quote achten, sondern einfach auf ihre Lieblingsmannschaft setzen bzw. solche Wettarten wählen, die ein Strategiespieler der mathematisch vorgeht niemals wählen würde (z.B. wer hat Anstoß, wer den ersten Einwurf, etc.). Das ist wie Roulette, aber zu schlechteren Quoten.


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