InPlay-ValueBets

Gibt es so etwas überhaupt?

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Wie bereits zuvor bei den Arbitragewetten erwähnt ändern sich die Quoten im Laufe eines Matches dem Spielverlauf entsprechend. Dabei sinken logischerweise die Quoten auf eine spielerisch überlegene Mannschaft. Daher ist es nicht ganz einfach während eines Spiels noch eine ValueBet zu finden – und vor allem auch herauszufinden, ob die Quote tatsächlich einen vergleichsweise hohen Wert hat. Schließlich hat man zu diesem Zeitpunkt kaum noch Zeit Quoten zu bewerten.

Tendenziell fallen bei Fußballmatches zu Spielbeginn die zuvor hohen Quoten auf den Außenseiter etwas – zumindest so lange bis sich die spielerische Stärke der Mannschaften abzeichnet. Je länger es dem Underdog gelingt das Spiel torlos zu halten umso weiter fallen die Quoten zuerst ab, während die Quoten auf den Favoriten ansteigen werden. Damit ist die Chance, eine ValueBet auf den Außenseiter kurz nach Beginn des Spiels abzuschließen, nicht mehr sehr groß. Erst im späteren Verlauf des Spieles werden – so lange noch kein Tor gefallen ist – auch die Quoten auf den Außenseiter wieder ansteigen. Zu der Zeit wäre aber auch der Wert der Favoriten-Quote vermutlich bereits so hoch, dass man eher auf den Favoriten setzen sollte.

Ziemlich sichere ValueBets während eines Matches sind Wetten auf einen Favoriten, der schon bald nach Spielbeginn in Rückstand geraten ist. Bekommt der Tabellenerste gleich zu Beginn ein Tor vom Tabellenletzten so ist davon auszugehen dass es dem Favoriten gelingen wird das Spiel zu drehen, die Quote wird aber zu diesem Zeitpunkt so attraktiv sein, dass man sie durchaus als ValueBet ansehen kann. Entscheidend dabei ist, dass im Spiel noch genügend Zeit für eine Umkehr des Spielstandes verbleibt. Das gilt natürlich für alle Sportarten – egal ob Fußball, Tennis, Eishockey, Basketball, …

Eine andere Möglichkeit ist darauf zu wetten, dass im Lauf eines Fußballspiels zumindest ein Tor (egal von welcher Mannschaft) fällt. Die Wahrscheinlichkeit auf einen Treffer beträgt rd. 93% – nur ungefähr 7% aller Spiele geht 0:0 aus. Das bedeutet wenn man kontinuierlich bei jedem Match denselben Betrag auf ein „Over 0,5“ Ergebnis zu einer Quote von über 1,07 einsetzt wird man langfristig einen Gewinn erzielen. Bei einer durchschnittlichen Quote von 1,10 wäre der Gewinn somit 3%. Unglücklicherweise sind die Buchmacherquoten vor Spielbeginn meist unter 1,07 und steigen erst im Lauf des Spiels auf einen annehmbaren Wert (der sollte jedenfalls 1,10 und mehr betragen, um wenigstens ein paar Prozent zu erwirtschaften). Bei Spielen mit einer hohen Torwahrscheinlichkeit betragen die Quote bei den Buchmachern lediglich 1,01 bis 1,03 und auf den Börsen sind es vielleicht 1,04 bis 1,09. Nur bei Spielen mit tendenziell geringen Chancen auf ein Tor bekommt man bereits vor Spielbeginn Quoten von 1,10 und mehr.

Sie müssten zu dieser Strategie also meist erst nach Spielbeginn Ihre Wette abschließen. Dabei läuft man allerdings Gefahr dass bereits in den ersten Minuten – noch bevor die Quote zumindest 1,08 erreicht hat – ein Tor geschossen wird. Auch das passiert bei einem gewissen Prozentsatz aller Spiele (schätzungsweise bei 5% der Matches), wodurch die langfristige Gewinnwahrscheinlichkeit noch etwas unter die 93% (gegen 85%) sinkt. Um mit dieser Strategie in der Gewinnzone zu sein müssen Sie also jeweils denselben Betrag innerhalb der ersten 10 bis 20 Minuten nach Anpfiff zu einer Mindest-Quote von ca. 1,15 einsetzen.

Nach meinen Erfahrungen können sehr oft auch Wetten darauf wer das nächste Tor erzielt so etwas wie eine ValueBet sein. Besonders bei Begegnungen in denen bereits mehrere Tore gefallen sind ist die Quote darauf, dass der Underdog das nächste Tor erzielt meist recht attraktiv Es ist oft zu beobachten, dass bei einem Spielstand von 3:0, 4:1 (oder ähnlich) der unterlegenen Mannschaft (auf deren nächstes Tor dann eine Quote von 5,00 bis 8.00 angesetzt ist) ein Goal gelingt. Das ist natürlich sehr spekulativ und der Wert der jeweils aktuell angebotenen Quote lässt sich mangels Vergleichszahlen auch nicht so leicht evaluieren, die unterm Strich positive Ausbeute spricht aber für diese Wetten.

Eine weitere sehr interessante ValueBet-Variante gibt’s bei Tennisspielen. Wie bereits zuvor aufgezeigt kommt es sehr häufig vor, dass der als Favorit gesetzte Spieler den ersten Satz verliert. Ich habe immer wieder beobachtet dass ein Favorit nach einem verpatzten eigenen Aufschlagspiel zu Matchbeginn offenbar überhaupt nicht mehr daran interessiert ist den ersten Satz zu gewinnen. Geht ein Aufschlagspiel verloren dürfte sich der betroffene Favorit dann meist sofort darauf einstellen das Spiel nicht einfach in zwei Sätzen gewinnen zu können und schont seine Kraftreserven für die kommenden Sätze. Als der erfahrenere Profi überlässt er dem Underdog einfach den ersten Satzgewinn, raubt ihm dabei die Kraft um ihn dann im zweiten und dritten Satz zu schlagen. Es ist auch deutlich zu beobachten, dass in so einer Situation der Favorit darauf aus ist im zweiten Satz den Aufschlag zu erhalten. Hat er bei einem Spielstand von 0:5 Aufschlag ist es sehr wahrscheinlich, dass es anschließend 1:5 stehen wird, der erste Satz 1:6 ausgeht und somit der erste Aufschlag im zweiten Satz an den Favoriten geht.

Nach einem 0:6 im ersten Satz stehen die Quoten für den Favoriten, die vor dem Spiel vielleicht 1,30 oder 1,40 waren häufig schon bei 3,00 oder höher. Jetzt wäre der Moment auf den Favoriten zu wetten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der Favorit im zweiten Satz seine Kondition zeigen und diesen nicht so leicht verloren geben. Dann wird immer noch genügend Zeit bleiben die Wette zumindest zu einem Teil abzusichern.

Ein klassisches Beispiel dafür war das Match zwischen dem als Favoriten gesetzten Tschechen L. Dlouhy und F. Vicente (3.Runde French Open Qualifikation vom 25.5.2007).Nach dem mit 0:6 verlorenen Satz standen die Quoten auf den Favoriten bereits bei 7,00 – eine klare ValueBet in dieser Situation. Im 2. Satz blieb noch genug Zeit die Wette so abzusichern, dass nichts verloren wäre, wenn Vicente überraschenderweise gewonnen hätte.

Der beste Moment seine Back-Wetten zu platzieren ist meist genau dann, wenn der Favorit den ersten Satz soeben verloren hat und der Schock bei allen, die gleich zu Beginn auf ihn gesetzt haben noch besonders nachhaltig ist. Scheinbar versuchen viele, die jetzt denken ihr Favorit würde verlieren in der ersten Panik ihre Wetten schnell noch abzusichern um zumindest einen Teil ihres Einsatzes zu retten.


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