Überblick

„Je schlechter die Zeiten um so mehr wird gespielt”

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Wenn diese Aussage stimmt leben wir in erbärmlichen Zuständen – und die Zeiten werden immer schlechter, denn Glücks- und Gewinnspiele boomen weltweit.

Insbesondere Sportwetten werden immer populärer. Hier gibt jedoch oftmals nicht die Aussicht auf einen mehr oder weniger zufälligen hohen Gewinn den Ausschlag sich als „Zocker“ zu betätigen, sondern es sind die steten kleinen, aber weitgehend risikolosen Gewinne bei kleinem, kalkulierbarem Risiko, die immer mehr Wetter ins Wettbüro treiben. Dabei ist es in Zeiten des Internets nicht einmal mehr nötig sich von seinem PC zu entfernen um die aktuellen Quoten zu vergleichen und Wetten auf alle möglichen (Sport-)Er-eignisse bei Hunderten Wettanbietern rund um den Globus zu platzieren und sich damit so ganz nebenbei ein steuerfreies Einkommen aus Wettgewinnen zu sichern.

Unter all den Wettanbietern sind es vor allem die Wettbörsen, die sich in den letzten Jahren ständig steigender Beliebtheit erfreuen, auch wenn ein Großteil der Spieler noch lange nicht alle Optionen kennen, die dieses relativ neue Geschäftsmodell bietet.

• Wetten werden zwischen den Usern direkt abgeschlossen

• Ohne zwischengeschaltete Buchmacher und ohne deren Gewinnbeteiligung – daher

• Höhere Quoten (oftmals um 20% und mehr)

• Kein Einsatzlimit durch den Betreiber

• Die Möglichkeit seine eigenen Wunschquoten zu verlangen

• Die Möglichkeit sich als Buchmacher zu betätigen und selbst Quoten anzubieten.

• Der Handel mit den Wetten – bei Live-Events bis in die letzte Sekunde.

Oberflächlich betrachtet sind das die augenfälligsten Merkmale einer Wettbörse oder P2P-Plattform wie dieser Geschäftstypus auch genannt wird. P2P steht für Person-zu-Person oder Peer-to-Peer, was soviel wie Gleich-zu-Gleich bedeutet, da die Wetten direkt zwischen den Usern und nicht über den Umweg eines Buchmachers abgeschlossen werden. Diese direkte Geschäftsabwicklung ist auch der Grund weshalb die Quoten auf einer Wettbörse üblicherweise höher sind als bei herkömmlichen Bookies.

Die höheren Quoten sind auch meist der einzige Vorteil, der von den durchschnittlichen Usern, die sich mit Wettbörsen nur unzureichend auskennen, wirklich genutzt wird. Dabei bieten Wettbörsen viel mehr Vorteile als nur eine möglichst hohe Quote.

Mit diesem Workbook sollen diese Wissenslücken geschlossen und Ihnen die vielfältigen Möglichkeiten der Wettbörsen Schritt für Schritt näher gebracht werden. Damit werden Sie künftig in der Lage sein Wettbörsen möglichst effizient für ein ständiges, steuerfreies Nebeneinkommen zu nutzen.

Der wichtigste Unterschied zu herkömmlichen Sportwett-Anbietern (Buchmachern) ist der, dass eine Wettbörse lediglich die Plattform zur Verfügung stellt auf der die Kunden untereinander Wetten abschließen können, wobei sie die Quoten selbst vereinbaren. Prinzipiell passiert hier dasselbe als wenn zwei (oder mehrere) Sportfans über den Ausgang eines Matches streiten und darauf Wetten abschließen wollen. Die Wettbörse – als Mehrpartner-Wett-Pool – fungiert dabei als Treuhänder für alle Wetteinsätze, greift jedoch selbst nicht aktiv in das Wettgeschehen und die Quotengestaltung ein.

Ähnlich wie ein Online-Auktionshaus stellt eine Online-Wettbörse lediglich die Infrastruktur für die Kunden bereit, sie pflegt die (Sport-)Ereignisse ein, schließt den Markt bei Spielbeginn (oder betreut ihn während des Spiels bei Livewetten) und rechnet die Gewinne und Verluste der einzelnen Wettteilnehmer ab. Für diese Dienstleistung verrechnen die Wettbörsen den Kunden eine Provision auf die erzielten (Netto-)Gewinne. Manche Wettbörsen – vor allem wenn das Unternehmen nicht besonders viele Kunden hat oder eventuell bei nicht sehr umsatzträchtigen Events – bedienen sich fallweise so genannter „Matchmaker“, die erste Quoten eingeben, damit der Markt in Bewegung kommen kann.

Das heute gebräuchliche Prinzip der Mehrpartner-Wettbörsen gibt es seit ca. 1999/2000. Es wurde in dieser Form erst durch das Internet ermöglicht. Erst durch eine entsprechende Software , welche die Wetteinsätze der verschiedenen Mitspieler verwaltet und die Anbindung der Wetteilnehmer über das www ist dieses System in einfacher und wirtschaftlicher Form auf einer breiten Basis möglich geworden. So ist es möglich, dass Wettquoten für alle mö-glichen (Sport-)Ereignisse ebenso gehandelt werden wie Aktien an der Börse.

Die erste – und inzwischen weltweit größte – Online-Wettbörse wird von dem in London, England ansässigen Unternehmen „The Sporting Exchange Ltd.“ unter dem Handelsnamen „Betfair“ betrieben. Die Firma verfügt neben einer Buchmacherlizenz für England und Wales auch über Genehmigungen in einigen anderen Ländern; so operiert Betfair z.B. am australischen Markt bzw. für australische Events unter lokalen Genehmigungen für „The Sporting Exchange Ltd.“ (Tasmanien), „Betfair Pty. Limited“ (Victoria), Kombiwetten werden unter einer maltesischen Lizenz für „Betfair Counterparty Services Ltd.“ verwaltet.

Und deutsche Kunden werden über die Dresdner „Deutsche Sportwetten GmbH “ vermittelt. Betfair erwirtschaftet inzwischen mit rd. 1000 Mitarbeitern einen Jahresgewinn von über 150 Millionen Euro.

Mittlerweile teilen sich mehrere Unternehmen den stark wachsenden Markt der Wettbörsen und selbst herkömmliche Buchmacher haben inzwischen damit begonnen ihren Kunden zusätzlich zum traditionellen Buchmacher-Angebot auch eine P2P-Plattform zur Verfügung zu stellen.

Die bekanntesten und wichtigsten Wettbörsen, auf denen meist auch ausreichend Umsatz erzielt wird sind (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) u.a.:

Betfair

Betbull

Betdaq

MyBet

Betsson

Betfair, den Marktleader, haben wir bereits zuvor behandelt. Unter allen Wettbörsen hat Betfair das am breitesten gefächerte Angebot verschiedener Wetttypen aus zahlreichen Sportarten, regionalen, nationalen und internationalen Ligen, die meisten Live (InPlay) Wettmöglichkeiten und die höchsten Umsätze. Neben der Wettbörse sind auf der Website auch Games, Poker- und Casino-Rooms zu finden. Dieser Wettbörse werden wir auch den größten Teil unseres Buches widmen und die meisten Beispiele stammen von Wetten die bei Betfair abgeschlossen wurden.

Betbull wurde 2004 als Joint Venture des Internet-Wettanbieters Bwin (früher Betandwin) und der englisch-kanadischen Softwareschmiede Fun Technologies Plc. (früher CES Software Plc.) gegründet und notiert seither an der Wiener Börse. Betbull engagiert sich besonders stark im Pferdewett-Markt, unterhält Kooperationen mit mehreren (deutschen) Rennbahnen, und stellt seine Software auch Buchmachern für deren P2P-Plattformen zur Verfügung. Seit 2006 kooperiert Betbull mit dem Mitbewerber Betdaq – die angebotenen Wetten (bzw. Einsätze) erscheinen jeweils parallel auf beiden Plattformen. Dadurch konnte Betbull seine Attraktivität aufgrund des erhöhten Umsatzvolumens schlagartig steigern.

Betdaq ist der Handelsname der irischen Global Betting Exchange. Das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen betreibt weltweit einige Wettbörsen bzw. kooperiert mit Mitbewerbern, wie z.B. Betbull und der zur 888 (Poker, Casino) Gruppe gehörenden Wettbörse Betmate. Der Betdaq-Gründer, der irische Geschäftsmann Dermont Desmond, ist auch einer der Haupteigentümer des Glasgow Celtic FC.

Fallweise Unterschiede zwischen Betbull und Betdaq beschränken sich lediglich auf die angebotenen Märkte und betrifft meist exotische Sportarten wie Aussie Rules oder Gaelic Sports wie Hurling oder Gaelic Football, etc. oder den Zeitpunkt ab wann ein Markt an-geboten wird.

MyBet – die Handelsmarke der unter maltesischer Lizenz operierenden „Personal Exchange International Limited“ (PEI Ltd.) – wurde 2003 gegründet und ist insbesondere im deutschsprachigen Raum sehr bekannt und beliebt. Dem Rechnung tragend bietet MyBet auch vor allem Events aus dem deutschen Raum an. Neben der Wettbörsen-Funktion findet sich bei MyBet auch die vereinfachte Möglichkeit ganz gewöhnlich Buchmacherwetten abzuschließen und ein eigener Trading-Bereich auf dem Wettscheine auf einen Wettausgang genau so wie Aktien gehandelt werden können. Diese Variante des Wettquoten-Handels ist in der Art und Terminologie (Stückpreise, Short-Positionen, etc.) dem Aktienhandel stark angepasst und ist damit den Börsianern wohl vertrauter als der Quotenhandel auf einer Wettbörse – obwohl es sich dabei um praktisch identische Vorgänge handelt. Welche Form von Trading man bei MyBet wählt ist wohl nur davon abhängig, welches Handling einem sympathischer bzw. vertrauter ist.

Betsson – Das schwedische Unternehmen ist in England und Malta lizenziert und begann im Jahr 2002 als Wettbörse. In den nächsten Jahren kamen die Geschäftsbereiche Casino (Cherry Casino, CasinoEuro), Poker (im Netzwerk mit Ongaming) und Sportwetten (Buchmachertätigkeit) hinzu.

Die früher – besonders für Events aus dem skandinavischen Raum – recht rege Wettbörse Parbet hat den Sportwettbereich komplett ausgelagert und seinen Schwerpunkt auf Poker verlegt (Angeboten werden auch BlackJack und Casino-Games). Diese Wettbörse firmiert nun unter MatchMyWager. Ob die neue Konstellation erfolgreich oder zu einem Flop wird muss sich erst zeigen.

Neben diesen Firmen gibt es noch zahlreiche weitere Wettbörsen, deren komplette Aufzählung hier den Rahmen sprengen würde. Häufig haben sie auch nur geringe Umsätze aufzuweisen und die Fluktuation bei den kleinen Anbietern, die immer wieder fusionieren, verkauft werden oder aufgeben ist erheblich.

Auch einige Buchmacher wie Gamebookers oder 24hPoker versuchen P2P-Plattformen anzubieten – auch hier muss sich erst zeigen wer sich neben den Börsen-Platzhirschen mit seinem Angebot durchsetzen kann.

Der Erfolg einer Wettbörse ist letztendlich ausschließlich davon abhängig wie viele Wetten und welche Summen von den einzelnen Spielern zur Verfügung gestellt werden. Eine Börse auf der man immer nur ein paar Euro wetten und auf der die angebotenen Wetten so gut wie nie oder nur in einem geringen Umfang angenommen werden kann ist für die User nicht sehr attraktiv und wird über kurz oder lang seinen Betrieb einstellen müssen.

Das Feine am Handel mit Wettquoten ist die Tatsache, dass Sie von Sport so gut wie nichts verstehen müssen um Profite einzustreifen. Sie müssen nur die grundlegenden Funktionen der Wettbörsen und die Wahrscheinlichkeiten der Kursentwicklungen kennen. Ebenso wie Sie auch nicht wissen müssen wie ein Kraftwerk funktioniert um mit Energiewerten an der Börse zu verdienen, oder wie Sie mit Biotech-Aktien auch dann Gewinne erzielen können, wenn Sie weder Mediziner noch Biochemiker sind. Im Gegenteil: beim Handel mit Sportwetten ist es sogar besser wenn man mit Sport sonst gar nichts am Hut hat und die Sache emotionslos angeht, ohne sich für irgendeine Mannschaft zu begeistern.

Egal wie ein Match ausgehen mag – Hauptsache man verdient dabei.

Bevor wir zu den konkreten Verdienstmöglichkeiten auf Wettbörsen und den verschiedenen Gewinnstrategien selbst kommen gehen wir zuerst nochmals etwas näher auf die Unterschiede zwischen Buchmachern und Wettbörsen ein, machen uns mit ein paar Grundlagen vertraut und werfen einen Blick auf die Bedieneroberfläche der Börsen.


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